Die neue Kapelle in der Burg

Im 14. Jahrhundert bauten die Volkerstorfer Schloss Kreuzen zu einer Doppelburg aus. Jeder Wohntrakt verfügte damals über eine eigene Burgkapelle. Jedoch wurde das Hinterhaus bereits im 18. Jahrhundert von den Salburgern abgetragen und das Vorderhaus fiel 1880 einen Brand zum Opfer, sodass beide Kapellen verloren gingen.

1974 kaufte der Fremdenverkehrsverband Bad Kreuzen die Burgruine und begann mit der Sanierung des noch bestehenden Arkadentraktes. 1983 konnte darin eine Jugendherberge und 1987 im Burgfried ein Kulturzentrum für die Kunstschaffenden der Region Donauland Strudengau mit einer Ausstellung eröffnet werden. Der südwestliche Raum des Arkadentraktes war noch frei und so gestalteten die Kunstschaffenden darin eine neue Burg Kapelle. Sie wurde am 18. Juni 1989 von Dechant Johann Gütlinger in Anwesenheit vieler Künstler und Kreuzner gesegnet.

Die Einrichtung der Kapelle:

Über den kleinen Altartisch unter einem Kreuzgitter hängt der Koprus Christi. Diese Christus-Figur hing früher am Kreuz der Waldandacht. Bei der Restaurierung stellte sich heraus, dass dieser sehr wertvoll ist und besser geschützt und gesichert aufbewahrt werden sollte. Daher ließ der Fremdenverkehrsverband von Heinrich Langeder aus Münzbach eine Kopie für die Waldandacht schnitzen und der alte Christus fand in der neuen Burg Kapelle einen würdigen Platz. Der Gold- und Kupferschmied Gustav Grafeneder aus Garsten, der in der Burg seine Kunstwerke ausstellte, schuf das schöne Kreuzgitter, ein Nischengitter und die Verkleidung der Kapellentüre aus Kupferblech. Die Malerin Sieglinde Fröschl aus Linz stiftete für die Seitennische ein herrliches Madonnenbild. Erst 2009 erhielt die Gemeinde Bad Kreuzen von einem Sammler ein Büchlein über die Entstehung des Dr. Otto Fleischanderl-Weges. Darin ist zu lesen, dass der Christus bei der Waldandacht 1903 vom damaligen Kurgast Architekt Eugen Fassbinder gestiftet wurde. Architekt Fassbinder ließ den Christus in Gröden in Tirol schnitzen. Dem Restaurator sei für die richtige Einschätzung gedankt.

von Josef Schopf

 
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